Das verborgene Museum übergibt seine Arbeit

Nach 35 Jahren beendet DAS VERBORGENE MUSEUM in Berlin seine wegweisende Tätigkeit in der Charlottenburger Schlüterstraße 70. Mit großem Engagement widmete sich der Verein der öffentlichen Präsentation und wissenschaftlichen Erschließung von Lebenswerken zahlreicher vergessener Künstlerinnen.

Die Aufgaben dieser weltweit einzigartigen Einrichtung übernimmt ab Januar 2022 die Berlinische Galerie. Ziel ist, die Entdeckung und Erforschung von Künstlerinnen fortzusetzen, in einem Museum mit Sammlung und Archiv zu institutionalisieren und zugleich eine größere Reichweite zu erzielen. Dabei sollen zukünftig auch zeitgenössische Positionen und aktuelle Themen wie Diversität berücksichtigt werden.

Das Verborgene Museum: Frieda Riess, Ohne Titel (Rosamond Pinchot), 1920-1930, © Rechtsnachfolge unbekannt
Frieda Riess, Ohne Titel (Rosamond Pinchot), 1920-1930,
© Rechtsnachfolge unbekannt

Der Verein DAS VERBORGENE MUSEUM hat durch die Zusammenarbeit mit Museen, Archiven und Hochschulen, Galerien und Nachlässen ein nationales und internationales Netzwerk aufgebaut, das über Berlin und Deutschland hinaus ermöglicht hat, vergessene und verstreute Lebenswerke von Künstlerinnen auszustellen und zu publizieren. Das Museum präsentierte Ausstellungen von Künstlerinnen aller Gattungen: Malerinnen, Fotografinnen, Bildhauerinnen und Architektinnen bislang vorwiegend der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert geborenen Generation. Nicht selten war die Präsentation der Werke die erste Würdigung in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zu den über 150 wieder entdeckten Künstlerinnen gehören Eva Besnyö, Marianne Breslauer, Olga Desmond, Lotte Jacobi, Lotte Laserstein, Alice Lex-Nerlinger, Else Lohmann, Die Riess, Marie Vassilieff, Hilde Weström oder Yva. Ein besonderes Augen- merk galt jenen Künstlerinnen, die durch politische oder rassistische Verfolgung in ihrem künstlerischen Schaffen unterbrochen wurden oder sogar ihr Leben verloren haben.

Bereits seit Jahren kooperiert DAS VERBORGENE MUSEUM erfolgreich mit der Berlinischen Galerie. Zu den gemeinsamen Ausstellungen zählen „Die Riess – Fotografisches Atelier und Salon in Berlin 1918 – 1932“ (2008), „Eva Besnyö – Fotografin 1910 – 2003. Budapest – Berlin – Amsterdam“ (2011) sowie die noch bis zum 17. Januar 2022 laufende Ausstellung „Louise Stomps – Natur Gestalten. Skulpturen 1928 – 1988“.

Festakt in der Berlinischen Galerie
Berlinische Galerie, Außenansicht.
Außenansicht der Berlinischen Galerie.
Foto: © Noshe

DAS VERBORGENE MUSEUM

35 Jahre Entdeckungen exzeptioneller Künstlerinnen und die Übertragung der Aufgaben an die Berlinische Galerie

Freitag, 14.1.22, 18:30 – 22 Uhr

Die Laudatio hält Kunst- und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Katharina Sykora. Dr. Klaus Lederer, Senator für Kultur und Europa, wird ein Grußwort sprechen.
Die Ausstellung Louise Stomps – Natur Gestalten. Skulpturen 1928-1988“ ist bis 22 Uhr geöffnet.

Anmeldungen sind nicht mehr möglich.