Fahrräder und Vögel schützen

Vögel, die gegen Glasscheiben fliegen und dann verenden, sind ein großes Problem in der modernen Architektur mit den riesigen Glasfassaden. In einem Pilotprojekt hat das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf seine Fahrradgaragen im Klausenerplatz-Kiez jetzt mit Mustern gegen Vogelschlag beklebt.

Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger: „Die üblichen Greifvogel-Silhouetten funktionieren nicht. Die Vögel fliegen dann daneben gegen die transparenten Scheiben und verletzen sich mitunter tödlich. Wir wollen zeigen, mit welch einfachen und ästhetisch ansprechenden Mitteln Vogelschutz erreicht werden kann.“

Das Bezirksamt bittet alle Bauherren, transparente Gebäudeteile mit einem wissenschaftlich auf Wirkung geprüften Muster auszustatten. Als Anhaltspunkt können die Forschungsergebnisse der Wiener Umweltanwaltschaft dienen:

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Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) werden ihre Buswartehäuschen ebenfalls nach und nach damit ausstatten.

Glas als Vogelfalle

Nach der Lebensraumzerstörung ist der tödliche Vogelschlag an Scheiben eines der größten Vogelschutzprobleme in Deutschland. Laut Schätzungen verenden an einer großen Glaskonstruktion jährlich bis zu 200 Vögel, in ganz Deutschland sind das zwischen 100 und 115 Millionen Vögel. Fast alle Vogelgruppen sind betroffen, darunter auch seltene und bedrohte Arten.

Einfache Maßnahmen wie Jalousien, Rollos, Faden- oder Lamellenvorhänge, Insektengitter oder Schaufensterdekorationen können einen gewissen Schutz vor Vogelschlag an Glasflächen bieten.

Fahrradboxen
Die ersten Fahrradgaragen wurden bereits mit Mustern ergänzt, um Vögel zu retten.
Die ersten Fahrradgaragen wurden bereits mit Mustern ergänzt, um Vögel zu retten.
Bild: BACW/Umweltamt

Im Frühjahr 2021 hat das Bezirksamt Charlottenburg Wilmersdorf im Klausenerplatzkiez mehrere Fahrradboxen aufstellen lassen. Jede Fahrradbox enthält sechs einzeln mietbare Stellplätze. Die Box ist abschließbar und damit so sicher wie ein Fahrradkeller. Vorbild sind vergleichbare Initiativen in anderen Städten, beispielsweise in Hamburg. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hatte im Juli 2020 die notwendigen Gelder zur Errichtung bewilligt (aus dem Programm “Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs”).

Dieses Projekt ist eine Kooperation des Bezirksamtes Charlottenburg-Wilmersdorf und der Gewobag AG. Das Projekt setzt §47 (3) des Berliner Mobilitätsgesetzes um.

 

 

 

 


Interessant und wertvoll für den Schutz des Klimas ist auch die Lastenrad-Kooperation in Charlottenburg-Wilmersdorf.