125 Jahre Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche

Wie kaum ein anderer Ort in der City West steht die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche für die Umbrüche der Berliner Geschichte, aber auch für die Umbrüche des Berliner Westens. Aus der Prunkkirche der Kaiser ist nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg ein Mahnmal und ein zentraler Ort des Gedenkens und der Versöhnung geworden.

Am vergangenen Sonntag feierte die Kirchengemeinde das 125. Jubiläum der Kirche. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann hat den Festgottesdienst ebenfalls besucht und die Glückwünsche des Bezirksamts überbracht. Unter dem Thema „Im Angesicht Christi“ wurde der Gottesdienst auch im Livestream übertragen.

Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann:

„Die Kirche hat zwar ihren Namen Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche behalten. Viel eher ist sie aber unter der schlichten Abkürzung ,Gedächtniskirche‘ den Menschen in der Stadt und auch den vielen Touristen bekannt, die sich jährlich als eines der Wahrzeichen Berlins besuchen. Die Ruine und auch die sie umgebenden Neubauten sind aber mehr als nur ein Ort, der sich der Erinnerungskultur verschrieben hat. Die Kirche pflegt auch ein vielfältiges Gemeindeleben und steht mit ihren Angeboten im Dialog mit Menschen, die sich sonst eher selten in ein christliches Gotteshaus begeben. Das macht sie seit Jahren so wertvoll für die City West. Ich wünsche mir sehr, dass die Gemeinde und die Gebäude auch weiterhin diesen Beitrag zum Leben in der Stadt leisten können. Herzliche Gratulation zu diesem besonderen Jubiläum.“

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche feiert 125. Jubiläum.

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche feiert 125-jähriges Jubiläum.
Foto: A. Strebe


Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche

 

Als ehrendes Denkmal für Kaiser Wilhelm I. wurde die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche am 1. September 1895 eingeweiht. Nach einem Entwurf des Baurates Franz Schwechten, der im kaiserlichen Berlin auch den Anhalter Bahnhof baute, entstand sie als neoromanischer Bau mit gotischen Elementen. Namhafte Künstler schafften die Mosaiken, Reliefs und Skulpturen. Für den neu entstehenden Berliner Westen wurde sie Kristallisationspunkt und hervorragendes und berühmtes Bauwerk.

Im November 1943 wurde die Kirche in einem Bombenangriff zerstört. Die Turmruine wurde zum Mahnmal und schließlich zum Wahrzeichen des westlichen Teils der Stadt Berlin.

Seit 1987 ist die Eingangshalle der alten Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in der Turmruine als Gedenkhalle geöffnet. Sie dokumentiert mit Gegenständen und Fotografien aus der Geschichte der Kirche ein Stück Zeitgeschichte und ist Mahnmal gegen den Krieg.

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